18.02.2015 - Der Spiegel - Im Morgengrauen ist der Berg am schönsten 


Der letzte Hauch der Nacht liegt noch über dem Ort Gaschurn, als wir in die Versettla-Gondel einsteigen. Langsam schweben wir über die verschneiten Tannen hinauf. Vor den Fenstern tanzen Schneeflocken durch die Morgendämmerung.


Die Lifte des Skigebiets Silvretta-Montafon drehen sich seit 7.30 Uhr. Wer es schafft, ohne Umwege vom Bett in die Bergbahn zu steigen, kann also um kurz vor acht die ersten Schwüngen setzen - und das klingt für uns Skifahrer noch verlockender als eine Portion Kaiserschmarrn auf der Hütte. Ein paar Minuten später spuckt die Gondel mich und Peter Marko am Gipfel aus. Marko ruckelt seine Ski auseinander, steigt in die Bindung und ruft: "Auf geht's, der Berg wartet. Am Morgen ist er am schönsten."


Marko, 51, muss es wissen, denn er kennt die Pisten von Silvretta-Montafon wie die Taschen seiner knallroten Skijacke. Er ist dort von Dezember bis April unterwegs, fast jeden Tag steht er auf Skiern. Marko ist der Chef der Bergbahnen, und als er die ersten Kurven fährt, wird klar, dass das für mich ein sportlicher Vormittag wird. Ich drücke mich ab und versuche, dem Mann in Rot zu folgen.


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