30.01.2015 - Durchs wilde Kirgisien: "Nur Berge, Pferde, der See und die Sterne"



Pures Abenteuer: Wer Markus Huths Fotografien von seiner Reise durch Kirgisien betrachtet, spürt die Freiheit. Im Interview erzählt er von der Schönheit gefrorener Bergseen, seiner Angst vor Terroristen und dem Ritt auf Hochlandpferden.



Interview mit Markus Huth:


SPIEGEL ONLINE: Herr Huth, was waren die Höhepunkte Ihrer dreiwöchigen Tour durch Kirgisien?


Huth: Auf jeden Fall das Terskej-Alatau-Gebirge: Da sieht es aus wie in der Schweiz, nur ohne die Zivilisation und Infrastruktur. Jeden Ausblick muss man sich durch viele Wanderstunden verdienen. Ein alter Mann namens Valentin beherbergt Backpacker in einer Hütte im Tal. Von dort kann man eine mehrstündige Wanderung oder einen kürzeren Ritt zum Bergsee Alaköl machen, der auf 3600 Meter Höhe liegt und selbst im Frühsommer noch gefroren ist. Ein atemberaubender Anblick!

SPIEGEL ONLINE: Noch ein paar schöne Tipps? 


Huth: Ein mehrtägiger Ritt zum Bergsee Son-Kul. Dort gab es außer einer Nomadenfamilie, mir und meinem Reisebegleiter weit und breit keine Menschen. Auch einen Besuch des Dörfchens Arslanbob kann ich empfehlen, es ist das Tor zum größten natürlichen Walnussbaumwald der Welt.


SPIEGEL ONLINE: Die aktuellen Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amtes machen Urlaubern eine Reise nach Kirgisien nicht gerade schmackhaft. Gab es Situationen, in denen Sie sich unsicher gefühlt haben?


Huth: Diese Warnungen hatte ich vor der Reise auch gelesen. Deswegen war ich etwas beunruhigt, als wir im Sammeltaxi in Richtung Süden einen auffällig neugierigen Typen kennenlernten. Am Ende stellte sich heraus, dass die Sorge unbegründet war: Er war kein Terrorist, sondern nur sehr, sehr gastfreundlich. Wir sind ihn dann zwei Tage nicht mehr losgeworden, weil er sich für uns verantwortlich fühlte. Ansonsten gab es eigentlich keine Situation, in der ich mich nicht sicher fühlte.


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